Eine FPÖ oder auch BZÖ sprechen sich schon seit gut einem Jahr gegen den Fiskalpakt aus. Nicht laut genug, denn nur mit Parlamentsreden weckt man das Volk nicht auf, und zusätzlich werden ja FPÖ-Forderungen vom ORF und Co. totgeschwiegen oder von der Regierung als billigen Populismus belächelt.
Nach den Wahlergebnissen in Frankreich und Griechenland, wachen nun scheinbar auch vereinzelte einheimische Sozialisten auf, oder zumindest, sie versuchen mit populistischen Sprüchen im rosa Blatt nach enttäuschten linken Wählern, die ebenfalls offen gegen den Fiskalpakt auftreten, zu angeln.
Der linke Standard berichtet:
Europas Regierungschefs haben ihn abgenickt, der heimische Ministerrat ebenso. Da sollte auch der finale Beschluss im österreichischen Parlament feststehen – glaubt zumindest Kanzler Werner Faymann. “Der Fiskalpakt soll wie geplant ratifiziert werden”, heißt es aus seinem Büro. (So spricht ein Brüsseler-Befehlsempfänger!)
Viele SPÖ-Abgeordnete sehen das allerdings anders – und wollen nicht mitspielen. “Ich bin dafür, den Fiskalpakt vorerst nicht zu beschließen”, sagt Finanzsprecher Jan Krainer: Erst müsse klar sein, was auf EU-Ebene an der umstrittenen Sparpolitik geändert werde.
Die SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger geht es noch radikaler an, sie schließt es aus, dem Fiskalpakt zuzustimmen: “Durch gleichzeitiges und schnelles Sparen kann in der Wirtschaftskrise kein Wachstum erreicht werden. Jetzt ist Schluss mit lustig, ich stimme dagegen.” Mit Nein will aus jetziger Sicht auch der Oberösterreicher Dietmar Keck stimmen. “Es muss sich beim Fiskalpakt noch etwa ändern”, sagt er. Der OÖ-SPÖ-Chef Josef Ackerl fordert Nachbesserungen: “Der Fiskalpakt ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Ohne die Ergänzung eines Beschäftigungs- und Wachstumspakts im Sinne eines New Deals für Europa und alle seine Mitgliedstaaten ist er unvollständig. Die Menschen in Europa werden ihn nämlich nicht mittragen.”
Elisabeth Hakel, steirische SPÖ-Abgeordnete, ist ebenfalls gegen einen raschen Beschluss des Fiskalpakts, sie hofft noch auf Änderungen. “Die politischen Verhältnisse verschieben sich, Hollande spielt eine gewichtige Rolle. Wir sollten abwarten und vielleicht neu verhandeln. (Abwarten ist eine Spezialität dieser Regierung!)
Die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayer ist noch unschlüssig, wie sie stimmen würde, sie glaubt nicht, dass beim Fiskalpakt noch Änderungen möglich sind. (Das glauben wir auch nicht!)
Klubchef Josef Cap setzt auf den Gipfel am 23. Mai: “Der Fiskalpakt wird dann seine inhaltliche Vollendung finden, wenn zusätzliche Maßnahmen zu Wachstum und Beschäftigung beschlossen werden.” Cap verweist darauf, dass für eine Ratifizierung noch das ganze Jahr Zeit sei: ” Wir warten ab, was auf EU-Ebene passiert. Es macht keinen Sinn, vorher zu ratifizieren, wenn nicht klar ist, ob der Fiskalpakt noch geändert wird.”
“Die Auffassung in Deutschland ist, dass der Fiskalpakt nicht zur Disposition steht. Er ist von 25 Ländern unterzeichnet”
(Angelika Merkel, am 7. Mai 2012)
Abgesehen, dass hier sogenannte österreichische Volksvertreter endlich einmal sich zum ESM-Vertrag zu Wort melden, ist es bezeichnend, dass niemand die “Abschaffung nationalstattlicher Haushaltssouveränität” in den Mund nimmt. Diese Herren und Damen aus der SPÖ haben keine Probleme, wenn die wenige vorhandene Demokratie einer Finanzmarkt-Diktatur zum Opfer fällt.
Wir werden die Namen dieser SPÖ-Abgeordneten in unseren Köpfen speichern und warten mit Spannung die Ratifizierung im österreichischen Parlament ab – denn ähnlich demokratiefeindlich wie die EUdssr funktioniert in Österreich bekanntlich der Klubzwang der Parteien bei Abstimmungen!























