Während unsere Medien ORF und Co. nicht ungerne sehen würden, wenn der Täter von Toulouse aus der rechtsextremen oder zumindest “Breivik”-Ecke kommen würde, geht die Tendenz eher in eine andere Richtung. Wie der Blog Quotenqueen berichtet, sind die zunächst beschuldigten französischen “Neonazi”-Soldaten nach einer polizeilichen Überprüfung inzwischen nicht mehr unter Verdacht. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weise inzwischen vieles eher auf islamistischen Terrorismus hin:
Vieles deutet darauf hin, dass die Mordserie in Südfrankreich – zuerst wurden bei zwei Anschlägen drei Soldaten getötet, jetzt waren es drei Schüler und ein Lehrer einer jüdischen Schule – von ein und demselben Täter ausgeführt wurden: die Tathergänge und das Kaliber der Waffe sprechen dafür. Unverkennbar haben die Taten ein Muster: einmal geht es gegen das Engagement der französischen Armee in Afghanistan (oder in Libyen), das andere Mal ist Antisemitismus das Motiv.
Das alles weist auf (islamistischen) Terrorismus hin, und so sieht es inzwischen auch die Staatsanwaltschaft. Vor allem was den Antisemitismus angeht, hat es in den vergangenen Jahren eine traurige Kontinuität von Vorfällen gegeben, die von Friedhofsschändungen (auch im Süden Frankreichs) bis zu Quälereien jüdischer Schüler und Studenten reicht – von früheren, tödlichen Anschlägen nicht zu reden.
Wir haben bereits auch eine französische Pressemitteilung die die angeblichen französischen Neonazis entlasten - siehe hier….
Man darf gespannt sein, ob ein ORF in seinen heutigen ZiB-Sendungen diese Meldung übernimmt – man war sich ja gestern auch nicht zu schade, stündlich auf einen möglichen rechtsextremen Hintergrung hinzuweisen!
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Marine Le Pen im Wahlkampf

Im Rahmen des französischen Präsidenten-Wahlkampfes besuchte Marine Le Pen Korsika.
Welt.Online berichtet einen objektiven Lokalaugenschein:
Marine Le Pen übt sich hier in dem Spagat, als Vorsitzende des Front National um die Wählerstimmen korsischer Nationalisten zu buhlen. Den performativen Widerspruch versucht sie aufzuheben, indem sie Franzosen und Korsen das gleiche Schicksal zuschreibt: Beide seien Kleinvölker, die von größeren Mächten unterdrückt werden.
Sie wende sich “an die korsischen und französischen Seelen” sagt Marine Le Pen zu Beginn ihres Auftritts. Damit trifft sie in Ajaccio den erhofften Ton. Mehr als 700 Zuschauer haben sich in den Saal des Kongresszentrums gedrängt, mehr als 200 weitere müssen draußen vor der Tür bleiben.
Das Publikum ist von auffälliger Unauffälligkeit. Viele Rentner, was man so “Kleinbürger” nennt und nicht wenige junge Leute. “Sie ist umwerfend”, sagt die Floristin Josette Santa-Maria, beim Verlassen des Saals eine Stunde später. Und ja, sie sei beides, Korsin und Französin. Was ihr besonders gut gefallen habe? Dass Marine le Pen “die Wahrheit” sage.
Die Wahrheit nach Marine Le Pen sieht so aus: Wir sind alle “kleine Franzosen”, die unter mehreren “Diktaturen” zu leiden haben. Es gibt “keine Demokratie mehr in Frankreich”, sagt Marine Le Pen – und der Saal applaudiert. Stattdessen herrsche die Diktatur “Europas”. “Oligarchen” und “Technokraten” hätten das Sagen, “deren Namen man nicht kennt.”
Es ist bezeichnend für die Rhetorik Le Pens, dass die Usurpatoren nur scheinbar identifiziert werden und letztlich diffus bleiben. “Technokraten” ruft irgendwann ein Zuschauer an einer gänzlich unpassenden Stelle in den Saal, so als sei das ein Schimpfwort, das irgendetwas erkläre.
Man habe sich “Brüssel” unterworfen, sagt Marine Le Pen und müsse dort demnächst mit dem eigenen Budget antreten, um sich bewerten zu lassen: “Guten Tag, Monsieur Brüssel, bekomme ich eine gute Note?” äfft sie den Tonfall eines Schulmädchens nach und erntet schallendes Gelächter.
“Diktatur der Minderheiten”
Dieses Brüssel habe den Franzosen die Souveränität geraubt und damit die Kontrolle über die Grenzen entzogen. Deshalb könne inzwischen nahezu jeder einfach hereinkommen und es sich im französischen Sozialsystem bequem machen. Es sei an der Zeit “denen” zu erklären, “dass wir unser Sozialsystem selbst brauchen.
“Wenn du in Rom bist, benimm dich wie ein Römer”, diese Regel habe sie selbst im Ausland stets befolgt, sagt Marine Le Pen, es käme ihr nie in den Sinn, Gastgeber zu schockieren. In Frankreich sei die Lage umgekehrt. Längst gebe es eine “Diktatur der Minderheiten”, die ihre Gepflogenheiten durchsetzen würden. “In Frankreich hat man mehr Rechte wenn man der Minderheit angehört, als wenn man Teil der Mehrheit ist.”
Le Pen spricht frei, sie wandelt auf der Bühne auf und ab wie eine Wanderpredigerin, sie wählt ihre Worte behutsam. Sie sagt nie “die Ausländer”, “die Emigranten”, oder “die Muslime”. Trotzdem weiß jeder im Saal, wen sie meint. Sie weigerten sich, sich nach dem Schulsport zu waschen, sie versuchten die Inhalte der Lehrpläne zu bestimmen.
Wenn das so weiter gehe, würde bald ein Teil der französischen Geschichte unterdrückt, keine Kathedralen mehr besichtigt, über die Shoah nicht mehr gesprochen “von Karl Martell gar nicht zu reden”, und Henri IV. und Napoleon würden in den Schulbüchern durch die “Geschichte Malis” ersetzt.
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