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Mit ‘Fellner Blatt’ getaggte Artikel

screenshot aus Fellners Onlineplattform

Gegen Mitternacht herrschte auf Twitter reger Betrieb. Twitter, das ist auf Österreich bezogen so eine Art betreute virtuelle Wohngemeinschaft für selbsternannte Linksintellektuelle mit hohem Mitteilungsdrang. Haushaltsvorstand ist ORF-Moderator Armin Wolf, ihm folgen alle bedingungslos. Kurz vor Mitternacht warteten viele der Zwitscherer auf die sensationellen Enthüllungen der Internet-Aktivistengruppe Anonymous, die behauptet hatte, in Besitz zahlreicher Politiker-E-Mails zu sein, welche die Republik erschüttern würden.

Die Erwartungshaltung war riesengroß. Der kürzlich aus der SPÖ ausgetretene Volksbegehrer Rudolf Fußi schlug sogar vor, Anonymous ein Denkmal zu erreichten, „ein blaues Pferderl, 5m hoch“. Mittendrin als einziger Politiker der Orange Stefan Petzner, der sich wohl besonders auf die Veröffentlichung von Mails aus der FPÖ freute. So wie auch die Österreich-Journalistin Isabelle Daniel, die am 25. März noch Richtung Anonymous getwittert hatte, FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky und Pressemann Martin Glier seien „und zwar wegen Euch ;-) ““ etwas nervös.

Folglich war es auch die sensationshungrige Österreich-Schreiberin, die bereits gestern mit Details zu der Knallerstory aufwarten konnte.  „Wir haben 10.925 Politiker-E-Mails“. Dazu ein fettes Interview „über sichere Datenleitungen“ mit den anonymen Hackern, die vor allem eines kommen sahen: „Auch die FPÖ liefert im internen Nachrichtenverkehr genug Stoff, um deren sehr rechte Ausrichtung zu unterstreichen und hier werden die Behörden wohl auch wieder Ermittlungen im Bereich der Wiederbetätigung und Verhetzung aufzunehmen haben.“ Und bei SPÖ und ÖVP gebe es „eine Menge Indizien für Skandale“.
Mit wem aus den Reihen der “Anonymous” hat das Gratis-Blatt sein Interview geführt? Oder hat vielleicht jemand aus der Redaktion dieses Anti-FPÖ-Hetzblattes eine “Anonymous-Maske” für ein Titelfoto aufgesetzt? 

Die Anonymen hatten eine eigene Countdown-Seite eingerichtet, die sogar die Sekunden bis zur Veröffentlichung zählte. Doch punkt Mitternacht kam – nichts. Kurz darauf erklärte man, die eigenen Server würden von Regierungsservern angegriffen. Da kamen den ersten in der Twitter-Fangemeinde mächtige Zweifel, die entschlossenen Fans wie Rudi Fußi blieben aber bei der Stange und beschwerten sich in ähnlichem Ton wie weiland Kaiser Ferdinand (Ja, dürfen’s denn das?) über die Unverfrorenheit dieser Regierung. Stefan Bachleitner, Partner einer Wiener PR-Agentur, stieß dann auf des Rätsel Lösung: Pitdog bedeutet zu Deutsch Grubenhund.Und Grubenhund ist ein Ausdruck für eine besondere Form der Zeitungsente.

Mit genau dieser Ente am Titelblatt fanden wir heute die Tageszeitung Österreich im Ständer vor – und investierten mit dem größten Vergnügen die ersten und vermutlich letzten 90 Cent in das Fellner’sche Medienprojekt. (Wer zahlt für dieses Klopapier bitte 90 Cent???)
„Politik-Insiderin“ Isabelle Daniel, die neben übersteigerter Sensationslust nur noch die Abneigung gegenüber der FPÖ als „journalistische“ Triebfeder vorzuweisen hat, steht bis auf die Knochen blamiert da. Falter-Mann Florian Klenk kommentierte süffisant: „Ein schönes beispiel wie gefährlich ungeprüfter ,he said, she said journalismus’ ist“ und stellte das Österreich-Cover dazu.
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