50% ist nicht die Hälfte
“…Der Forderungsverzicht von 50% auf die Staatsanleihen Griechenlands, ausgehandelt mit den Banken in der Nacht auf Donnerstag, bedeutet nicht die Halbierung der Schulden des Landes. Das ist völlige Augenwischerei. Wenn man Kredite von der Troika und Anleihen bei der EZB herausrechnet – und dann berücksichtigt, dass griechische Banken keine Forderungen erlassen können, weil sie selbst pleite sind – dann reduziert sich die Schuld des Landes lediglich um 17%.
Selbst wenn man unterstellt, dass alle griechischen Banken in vollem Umfang an dem “Haircut” teilnehmen könnten, würde sich die Gesamtschuld nur um 29% verringern. Mit griechischen Banken sinkt die Schuld um 100 Mrd., wenn die Griechenbanken nicht mitmachen, sinkt sie nur um 60 Mrd.
Das entlässt Griechenland nicht aus der Schuldenfalle und bedeutet daher auch keine Entwarnung im europäischen Schuldenkrimi…”
Quelle…
Was für Ignoranten in der EU regieren, sieht man daran, daß die Regierungschefs heute Nacht freudestrahlend einen epochemachenden, griechischen Schuldenschnitt um die Hälfte verkündet haben, eine Maßnahme, die sie 18 Monate lang strikt und vehement mit aller Schärfe abgelehnt haben. Im Frühjahr 2010 hätte dieser Haarschnitt erstens geringer ausfallen können, und zweitens hätte die Europäische Zentralbank mindestens 30 Milliarden Euro Steuergelder gespart. (Aber was sind schon 30 Milliarden, nur noch Peanuts!)
Seit dem Mai 2010 hat die EZB nämlich griechische Staatsanleihen im Wert von mindestens 60 Milliarden Euro aufgekauft, um Athen zu retten – und die sind nun die Hälfte wert. Darauf hat man sich geeinigt!
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“EU-Gipfel ist Desaster”
FDP-Abgeordneter Schäffler nennt Gipfel-Ergebnis ein „Desaster“.
Kein Problem sei gelöst. „Wenn die Maßnahmen vollständig umgesetzt werden, wird selbst nach den Zahlen der Troika Griechenland mit 128 Prozent eine höhere Verschuldung haben als 2009 vor Beginn der Schuldenproblematik“.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hat die Ergebnisse des EU-Gipfels heftig kritisiert: „Das Gipfelergebnis ist ein Desaster für Griechenland und den europäischen Steuerzahler“, sagte Schäffler dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Kein Problem sei gelöst. „Wenn die Maßnahmen vollständig umgesetzt werden, wird selbst nach den Zahlen der Troika Griechenland mit 128 Prozent eine höhere Verschuldung haben als 2009 vor Beginn der Schuldenproblematik“, sagte der FDP-Politiker. Ohne einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei sogar zu befürchten, dass auch andere Schuldenstaaten angeregt würden, Gleiches für sich zu fordern, sagte Schäffler.
“Am Ende wird das die Enteignung von Sparvermögen in Deutschland sein”
Der Euro-Kritiker Schäffler bei N24 über den Euro-Rettungsschirm: “Wir fahren auf Sicht, aber ohne Licht. Das ist das Problem. Und dann wird es immer sehr schwierig, dass man nicht vor die Wand fährt. (…) Am Ende wird das die Enteignung von Sparvermögen in Deutschland sein – nämlich Inflation. Inflation, die sich gewaschen hat.”
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“Dabei sein reicht schon”
“Faymanns Auftreten beim gestrigen EU-Gipfel hat gezeigt, dass er keinerlei österreichische Position hat und eine solche daher auch nicht vertreten kann. Man hat den Eindruck, dass der Bundeskanzler nicht einmal weiß, worum es eigentlich geht und trotzdem 28 Milliarden österreichisches Steuergeld für EU-Pleitestaaten und marode Banken verspricht. Fakt ist, dass Faymann nur auf die Vorgaben von Merkel und Sarkozy hört.
Das Motto des Kanzlers beim Gipfel lautete offenbar: “Dabei sein reicht schon”. BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher
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2/3 der Österreicher lehnen EU-Rettunsschirm ab
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Slowakei zieht bei höherer Griechen-Hilfe nicht mit
Die Slowaken beteiligen sich nicht an der Erhöhung auf 130 Milliarden Euro. Das wurde beim EU-Gipfel paktiert, sagt Regierungschefin Radicova. Die EU-Kommission gibt dazu keinen Kommentar ab.
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Das 1.000.000.000.000-Euro-Risiko
Und sie bewegen sich doch. Das ist die gute Nachricht des Euro-Gipfels. Die schlechte ist: Das Risiko für hohe Verluste ist erheblich gestiegen. Für die Banken dagegen ist der Brüsseler Kompromiss ein gutes Geschäft.
Letztlich laufen die Vereinbarungen auf das hinaus, was die Deutschen eigentlich vermeiden wollten, nämlich eine gemeinsame Haftung der Euro-Länder für die Finanzen der schwachen Mitglieder. Es handelt sich also um Euro-Bonds durch die Hintertür.
Nur dadurch ist auch zu erklären, dass die privaten Gläubiger, also vor allem die Banken, sich auf einen tieferen Schuldenschnitt für Griechenland eingelassen haben. So ist die Sache für sie, wenn sie bisher vorsichtig bilanziert haben, kein echter Verzicht mehr, sondern ein recht gutes Geschäft: Sie verzichten endgültig auf eine Rückzahlung der Griechen-Bonds zum vollen Preis und vollziehen damit nur nach, was der Markt ohnehin schon anzeigt. Im Gegenzug bekommen sie aber Papiere, die vom Rettungsschirm recht gut abgesichert werden.
Zum Vergleich: Bei einem normalen Forderungsverzicht gegenüber einem angeschlagenen Unternehmen gibt es als Belohnung in der Regel keine zusätzlichen Garantien.
Und was den berühmten Hebel – oder die “Versicherungs-Lösung” des Rettungsschirms angeht, so wird hier nur trickreich eine Ausweitung des Risikos vollzogen, die auch einfacher zu haben wäre – dann allerdings für jedermann verständlich, was offenbar nicht gewünscht ist. Hinter der ganzen Diskussion über Risiko und Wirksamkeit dieses Hebels verbirgt sich ein simpler Sachverhalt: Ein Risiko wird immer durch zwei Faktoren bestimmt – die Höhe der maximal zu verlierenden Summe und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Summe tatsächlich verloren geht.
Der Hebel bedeutet: Die maximale Summe bleibt gleich, dafür steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausfällt. Zurzeit ist es beliebt, den einen Faktor in den anderen umzurechnen – die fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit wird dann umgerechnet in eine fünfmal so hohe Summe, damit es gegenüber den Märkten möglichst eindrucksvoll klingt. Gleichzeitig erklärt man den Bürgern, dass sich an der maximalen Summe ja gar nichts ändert. Das sind alles Milch-Mädchen-Rechnungen.
Fest steht nur: Das Risiko für die Steuerzahler vervielfacht sich.
Quelle….

“Insgesamt war es ein erfolgreicher Gipfel.”
(Bundeskanzler Werner Faymann ein paar Stunden nach dem EU-Gipfel)
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