Eine SOS-Spürnase hat uns auf folgenden Artikel in der Welt.Online aufmerksam gemacht – DANKE!
Gleich vorweg – wir waren wirklich überrascht in einem deutschen Massenmedium so eine fundierte und ehrliche Erklärung über das “islamische Recht zu lügen” zu lesen. Es besteht ein Funke Hoffnung…..
Der Iran, die Bombe und das religiöse Recht zu lügen
Wann immer in den vergangenen Jahrzehnten über das iranische Nuklearprogramm diskutiert wurde, kam alsbald der Einwand, Massenvernichtungswaffen im Allgemeinen, Nuklearwaffen im Besonderen seien „unislamisch“ und daher tabu für den islamischen Gottesstaat Iran. Als Kronzeuge für diese prinzipielle Atom-Abstinenz wurde Ayatollah Khomeini benannt, der nach Übernahme der Macht im Jahr 1979 eine entsprechende Fatwa, eine förmliche religiöse Grundsatzaussage, erlassen habe.
Zwar sind im Laufe der Jahre eine Reihe weiterer Negativformulierungen für nukleare Waffen hinzugekommen: Unmoralisch, verboten, gefährlich, schädlich und nutzlos. Als Grundaussage bleibt aber, wie der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Chamenei, vor Kurzem bestätigte, die Feststellung, der Einsatz von Nuklearwaffen sei „eine Sünde“; dies entspricht seiner Fatwa von 2003 und vielfältiger Aussagen gleicher Art in nachfolgenden Jahren. Und weil nicht sein könne, was nicht sein dürfe, entwickle der Iran auch keine Nuklearwaffen.
Doch an dieser religiös fundierten, auf eine Fatwa Khomeinis zurückgehenden Ablehnung nuklearer Waffen stimmt nichts – weder grundsätzlich noch im Fall des Iran.
Zunächst ist festzustellen, dass es die viel zitierte Fatwa Khomeinis mit der Qualifizierung von Nuklearwaffen als „unislamisch“ nicht gegeben hat. Weder gibt es ein schriftliches Zeugnis hierüber, noch einen Ohrenzeugen. Es gibt nur Leute, die in dritter oder vierter Ableitung etwas Entsprechendes gehört haben wollen.
So wichtig diese Feststellung über die Nichtexistenz der Fatwa von Khomeini für die Diskussion in der Sache auch sein mag, wichtiger ist die vergleichsweise neue Erkenntnis, das Khomeini bereits 1984 die Entwicklung von nuklearen und chemischen Waffen angeordnet hat. Dies ergibt sich aus einem der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA vorliegenden Bericht aus dem inneren iranischen Führungszirkel.
Ayatollah Chamenei, der als damaliger Präsident des Iran das Treffen leitete und die Entscheidung Khomeinis verkündete, erklärte weiter, er betrachte eine iranische Atombombe als den einzigen Weg, um die islamische Revolution zu schützen und das Land auf die Ankunft des Imam Mehdi vorzubereiten. Ein iranisches nukleares Arsenal sei, so Chamenei schließlich, eine Abschreckung in den Händen der Gotteskrieger.
Bestätigt wird diese Entwicklung durch die Informationen eines CIA-Agenten, der über einen Zeitraum von zehn Jahren aus dem Innenleben der Revolutionären Garden berichtet hat. In einer Meldung aus der zweiten Hälfte des Jahres 1984, mitten also im Krieg zwischen dem Iran und dem Irak, wird auf die Erkenntnis der Garden Bezug genommen, dass Saddam Hussein sich mit allen Mitteln Nuklearwaffen beschaffen wolle.
„Dementsprechend“, so der Bericht des Spions mit dem Decknamen „Wally“, „haben die Revolutionären Garden mit Zustimmung von Imam Khomeini begonnen, Nuklearwaffen verfügbar zu machen.“
Der scheinbar fundamentale Widerspruch zwischen Taten und Rhetorik kann in der Welt des real existierenden Iran problemlos aufgelöst werden. Obwohl im Gottesstaat Iran das Religiöse eine besondere Bedeutung hat, stehen bei wichtigen Entscheidungen die Staatsinteressen über den religiösen Geboten des schiitischen Islam.






















