• Startseite
  • Österreich im Würgegriff des Islamismus?
  • Der Spucknapf unserer Gegner
  • Impressum/Spende/ Warum SOS

SOS – ÖSTERREICH

Zum Schutz unserer Heimat, Kultur und Traditionen! — aber nicht immer politisch korrekt!

Feeds:
Beiträge
Kommentare
« Wahlen in Frankreich und Griechenland: Zurück nach gestern!
EPILOG – 1. Akt »

Links, nicht links

Juli 13, 2012 von derpatriot

Ist es möglich, dass erwachsene Journalisten freiwillig eine Meinung haben, die nicht links ist?

Von Roger Köppel

Können erwachsene Journalisten wirklich eine Meinung haben, die nicht links ist? Ist es denkbar, dass gestandene Journalisten aus freien Stücken zu anderen Schlussfolgerungen kommen können als die grosse Mehrheit ihrer linken Berufskollegen, die mit dem Adlerauge des Linienrichters jede Abweichung vom Mainstream zusehends gereizter und aggressiver registrieren? Die panischen Reaktionen der Journalisten auf die Nachricht, dass die seit Jahren scharf links positionierte Basler Zeitung unter einem neuen Chefredaktor in Zukunft ein bisschen weniger links sein könnte, legen den Schluss nahe, dass nur ein linker Journalist ein guter Journalist sein kann. Ist ein Journalist nicht links, muss er entweder krank, gekauft, ferngesteuert oder auf andere Weise defekt sein. Für die meisten Journalisten ist es undenkbar, dass ein erwachsener Journalist freiwillig nicht links ist. Wäre dies der Fall, müssten die vielen linken Journalisten ja ihre linke Haltung hinterfragen. Das aber wäre viel zu anstrengend und könnte, wie Figura zeigt, zum Liebesentzug durch die Kollegen führen.

Die Diskussionen, die laufend um die wenigen Zeitungen angezettelt werden, die sich aus vernünftiger Einsicht, aus Provokationslust oder aus einem fundierten Engagement für echte Meinungsvielfalt heraus entschieden haben, aus dem linken Mainstream auszuscheren, belegen vor allem dies: Linke Journalisten sind erstaunlich kleinkariert, engstirnig und auf eine irritierende Weise intolerant. Das verbindet sie interessanterweise mit jenen politischen Strömungen zur Linken, denen sie sich geistesverwandt fühlen, weniger aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit, denn natürlich wissen sie: Es ist anstrengender, gegen den Strom zu schwimmen. Es ist mühevoll, eine Meinung zu vertreten, die der Szene nicht genehm ist.

Wenn der Journalismus in den letzten Jahren an Achtung und Bedeutung verloren hat, dann auch deshalb, weil die vielen linken Journalisten den vielen anderen linken Journalisten so mut- und einfallslos hinterhergeschrieben haben.

Dass die linken Journalisten den nichtlinken Journalisten dauernd unlautere Motive, verschleierte Interessenbindungen oder, ganz platt, fehlende Unabhängigkeit und Käuflichkeit vorwerfen, hat etwas Ironisches. Es sind mit umgekehrten Vorzeichen die gleichen Attacken, die sich die linken Journalisten seinerzeit anhören mussten, als sie in den siebziger Jahren begannen, gegen die damals noch überwiegend nichtlinken Journalisten anzuschreiben.

Die Gründer des Tages-Anzeiger-Magazins, allesamt brillante, kluge Kollegen, wurden von ihren Gegnern als Agenten des internationalen Kommunismus tituliert, weil sie aus der Reihe tanzten. «Moskau einfach», lautete die Formel für jeden, der es wagte, die Eliten und ihren Staat zu kritisieren. Heute muss sich jeder nichtlinke Journalist früher oder später die Unterstellung gefallen lassen, er werde vom SVP-Strategen Christoph Blocher finanziert. Der Beweis dafür, dass man von Blocher finanziert wird, liefert der bewährte Zirkelschluss: Jeder, der über Blocher eine andere Meinung hat als die von den linken Journalisten vorgegebene, ist von Blocher finanziert.

Linke Journalisten bezeichnen sich als unabhängig. Nichtlinke Journalisten können nicht unabhängig sein. Das ist die Logik der linken Journalisten. Als der Verfasser dieser Zeilen in der Chefredaktion des Zürcher Tages-Anzeigers sass, waren die meisten Redaktoren des Inlandressorts Mitglieder oder ausdrückliche Sympathisanten der Sozialdemokratischen Partei. Natürlich nannte sich der Tages-Anzeiger auf seiner Titelseite «unabhängig». Und selbstverständlich wäre es den SP-Redaktoren des Inlands niemals in den Sinn gekommen, sich nicht als unabhängig, sondern als links zu sehen. Ideologen waren immer die anderen, die man erfolgreich aus der Redaktion vertrieben hatte. Ein unabhängiger Journalist zu sein, bedeutete damals: «Ich glaube ans Waldsterben. Ich finde Margaret Thatcher und Ronald Reagan schlimm. Die Steuern dürfen nicht gesenkt, aber die Armee muss abgeschafft werden. Wer die SVP wählt, ist alt und dumm. Gentechnik ist des Teufels. Die Schweiz kann abdanken. Die EU ist die Zukunft. Ausländerkriminalität gibt es nicht. Der Name Blocher darf nie zustimmend in den Mund genommen werden.»

Die linken Journalisten sind nicht dumm. Sie ahnen, dass sie durch die Wirklichkeit ins Unrecht versetzt werden. Das meiste von dem, was sie bis vor kurzem gepredigt haben, ist an der Realität gescheitert. Das verunsichert sie und führt zu unkontrollierten Abwehrreaktionen. Ihre eigenen Ängste, die Vermutung, dass sie wider besseres Wissen an falschen Vorstellungen festhalten, projizieren sie auf andere, um sich zu beruhigen. Das Resultat ist eine Art Selbstzensur, die aggressiv nach aussen getragen wird, um andere Journalisten davon abzuhalten, ihre Denkblockaden abzulegen. Der Mechanismus ist psychologisch nachvollziehbar, aber erzeugt in den meisten Zeitungen ein Klima der Befangenheit und Verklemmtheit, das irgendwann auf die Qualität durchschlägt. Auf die Dauer wird der Zustand unerträglich. Niemand läuft gerne jahrzehntelang in viel zu enger Unterwäsche herum.

Im Grunde geht es gar nicht um links oder nichtlinks. Es geht darum, ob Journalisten bereit sind und den Mut haben, mit guten Argumenten etwas anderes zu sagen und zu schreiben als das, was die Mehrheit der Berufskollegen hören möchte. Journalisten haben die Aufgabe, Demokratien mit Frischluft zu versorgen. Sie müssen Missstände erkennen und aufdecken. Sie haben die Mächtigen im Staat zu kritisieren und der Meinungsharmonie zu misstrauen. Harmonie ist schön, aber sie fördert einseitiges Denken und damit schlechte Entscheidungen. Nichts ist gefährlicher als viele Leute, die zu schnell in die gleiche Richtung denken. Ein guter Journalist hat immer etwas Ärgerliches. Er sieht es meistens anders, ist nie zufrieden und immer kritisch. Er misstraut allem, was ihm gesagt wird. Und am meisten misstraut er den Zeitungen, weil er weiss, wie sie zustande kommen.

Es ist unjournalistisch, wenn Journalisten allergisch reagieren auf Journalisten, die andere Meinungen haben.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-46000/artikel-2010-46-editorial-links-nicht-links.html

Teilen Sie dies mit:

  • E-Mail
  • Drucken
  • Twitter
  • Facebook

Gefällt mir:

Gefällt mir Lade...

Veröffentlicht in Zitate, Statistiken + Fakten | Getaggt mit Journalismus, Linke |

  • Letzte Kommentare

    Edelzwicker on “Die EU ist nicht Europa…
    mojshele on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    phoenix on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    heartofstone on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    mojshele on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    mojshele on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    mojshele on Linz: versuchte Vergewaltigung…
    dicker hals on Wegen Schengen-Streit: EU-Parl…
    SchweineBacke on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    Zackenbarsch on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
    heartofstone on “Die EU ist nicht Europa…
    Stan on “Die EU ist nicht Europa…
    Edelzwicker on “Die EU ist nicht Europa…
    sirius on “Die EU ist nicht Europa…
    Zimmermann on Türkisch-Hausübung: FPÖ reagie…
  • Befreundete Blogs

    • -NORICUS-
    • Andreas Mölzer – Mitglied des Europaparlaments
    • Erstaunlich – das Internet-Medium
    • FORUM Politik
    • Frauen gegen Islamisierung
    • http://www.conwutatio.at/
    • Indexexpurgatorius`s Blog
    • Moschee Ade
    • Musterbriefe
    • OÖ – der Heimat verpflichtet…
    • SCHREIBFREIHEIT
    • Zukunftskinder 2.0
    • Zurück zur Vernunft
  • Brauchtum in Österreich

    • K – Brauchtum Kärnten
    • NÖ – Brauchtum aus NÖ
    • OÖ – Brauchtum
    • Sagen und Brauchtum
    • STMK – steirische Bräuche
  • Euro-Krise

    • ESM-Vertrag: Der Weg in die Schuldenunion?
    • Euro-Rettungsschirm
  • Europa

    • Barcelona Deklaration
    • Dolomitengeist
    • Europäische Werte
    • Fact – Fiction
    • Für d. Bauverbot von Minaretten
    • Freies Europa
    • Leitfaden für Dhimmis
    • Mit Patriotismus zur Freiheit
    • PAUKENSCHLAG für Deutschland
    • PI-NEWS
    • Pro Bayern
    • Reconquista-Europa
    • Schweizerkrieger
    • Türkei Beitritt NEIN
    • Thomas Lachetta`s Blog
    • www.lapatria.ch
    • Zukunft Schweiz
  • Heimatbewusste Seiten

    • Südtiroler Freiheit
    • W.I.R. , WIENS IDENTITÄRE RICHTUNG
  • Notfallblog SOS-Österreich

    • Notfallblog SOS-Österreich
  • Spenden an SOS-ÖSTERREICH

    • Spende an SOS-ÖSTERREICH
  • Statistiken, Zahlen und Fakten

    • Scharia
    • Staatschulden Österreich
    • Stadler (BZÖ) betreffend türkischen Botschafter
    • Video – 3 Dinge über den Islam
    • Was sie über den Islam wissen sollten
    • Zuwanderung nach Österreich
  • Unser Stolz

    • http://sosheimat.files.wordpress.com/2009/11/austria-white1.gif?w=91&h=64
    • http://sosheimat.files.wordpress.com/2009/11/sos-b1-kopie.jpg?w=105&h=150
  • Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

    Schließe dich 452 Followern an

  • Kategorien

    • Meldungen Österreich (1752)
    • Meldungen Europa (1500)
    • Welt (250)
    • Zitate, Statistiken + Fakten (218)
  • Top Beiträge

    • Atatürk über den Islam
    • Türkei: Vergewaltigung als Unterhaltung!
    • Le Pen in Lampedusa: "Uns droht Migranten-Invasion"
    • Muslima-Schwimmen im dunklen Jörgerbad
    • Kampusch und unzählige offene Fragen!
  • Besucher seit 01.2010

    • 8,131,541 hits
  • Seiten

    • Österreich im Würgegriff des Islamismus?
    • Der Spucknapf unserer Gegner
    • Impressum/Spende/ Warum SOS
  • Archiv

    • Januar 2013
    • August 2012
    • Juli 2012
    • Juni 2012
    • Mai 2012
    • April 2012
    • März 2012
    • Februar 2012
    • Januar 2012
    • Dezember 2011
    • November 2011
    • Oktober 2011
    • September 2011
    • August 2011
    • Juli 2011
    • Juni 2011
    • Mai 2011
    • April 2011
    • März 2011
    • Februar 2011
    • Januar 2011
    • Dezember 2010
    • November 2010
    • Oktober 2010
    • September 2010
    • August 2010
    • Juli 2010
    • Juni 2010
    • Mai 2010
    • April 2010
    • Dezember 2009
    • November 2009
  • Meta

    • Registrieren
    • Anmelden
    • Artikel-Feed (RSS)
    • Kommentare als RSS
    • WordPress.com

Bloggen Sie auf WordPress.com.

Theme: MistyLook von WPThemes.


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 452 Followern an

Bereitgestellt von WordPress.com
loading Abbrechen
Beitrag nicht abgeschickt - E-Mail Adresse kontrollieren!
E-Mail-Überprüfung fehlgeschlagen, bitte versuche es noch einmal
Ihr Blog kann leider keine Artikel per E-Mail sharen.
%d Bloggern gefällt das: