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Während das offizielle Österreich den 12. September mit keinem Wort würdigte, trafen sich ein paar heimatbewusste Österreicher vor dem “Andreas von Liebenberg – Denkmal” und gedachten die Schlacht um Wien vor 328 Jahren!
Für nächstes Jahr wird eine größere Veranstaltung geplant – mit Unterstützung von SOS-Österreich!
Andreas von Liebenberg
Bürgermeister von Wien, 1627 – 1683
Als Bürgermeister bereitete Andreas von Liebenberg die Verteidigung gegen die Türken vor, er überwachte persönlich die Schanzarbeiten und organisierte die Bürgerwehr.
Den Sieg über das Heer Kara Mustafas erlebte Liebenberg allerdings nicht mehr – er starb zwei Tage vorher.
Vor dem Denkmal liegt ein Löwe, seine Pranke ruht auf einem Türkenschild. Im Medaillon an der Vorderfront ist das goldene Brustbild des Bürgermeisters umrahmt von einem Lorbeerkranz, gehalten von zwei knienden Engeln.
Die Rückseite bilden das Wiener Wappen und die Inschrift: Seinem in äußerster Bedrängnis durch Muth und Ausdauer voranleuchtenden Oberhaupte. – das dankbare Wien. Enthüllt wurde das Denkmal am 12. September 1890
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Wien – 1683
.So wurde denn die Belagerung Wiens und der am 12. September 1683 erfolgte Entsatz der Residenzstadt des römischen Kaisers der Anfangspunkt eines Krieges, welcher, aus einer beinahe ununterbrochenen Reihe der glänzendsten Siege kaiserlicher Heere über die Türken bestehend, endlich ganz Ungarn und Siebenbürgen der Herrschaft des Halbmondes entriss und die heutige Größe der österreichisch-ungarischen Monarchie begründet.
Dieser Zusammenbruch der türkischen Übermacht hatte aber auch noch eine andere Folge.
Seitdem an jenem 12. September die Türken vor Wien so entscheident geschlagen worden waren, seitdem die kaiserlichen Heere den Krieg siegreich nach Ungarn hineintrugen und das Machtgebiet LEOPOLD`s I. immer weiter nach Südosten hin ausbreiteten – seitdem hörte die Residenzstadt des Kaisers auf, eine Grenzfestung Deutschlands zu sein gegen den Ansturm asiatischer Uncultur.Allerdings dauerte es noch lange Zeit, bis Wien seinem natürlichen Berufe als Hauptstadt eines großen Reiches, als wichtigstes Handelsemporium an der Donau, als Weltstadt sich hinzugeben vermochte, ungehindert von einschnürenden und beengenden Bastionen und Wällen – der erste Anstoß zu dieser allmälig sich vollziehenden Wandlung wurde gegeben durch den Sieg der kaiserlichen und alliierten Truppen vor den Mauern dieser Stadt.
Möglich gemacht wurde dieser Sieg durch die beinahe neunwöchentliche erfolgreiche Verteidigung der Festung gegen die wütende Versuche des Feindes aller christlicher Kultur, den wichtigen Waffenplatz noch vor dem Erscheinen der Entsatzarmee zu überwältigen. Verhältnismäßig klein war die Schaar der Kämpfer um Glauben und Freiheit. Ein heroischer Kommandant, ausgezeichnete Officiere und kriegsmutige, tüchtige Soldaten, aber auch eine Leib und Leben, Hab und Gut aufopfernde Bevölkerung, pflichtgetreue Behörden haben das Außergewöhnliche möglich gemacht.
Aus diesem Grunde ist der 12. September des Jahres 1683 ein bedeutungsvoller Tag in der Geschichte der Monarchie, einer der bedeutungsvollsten Tage in der Geschichte Wiens.
Wenn sich die Stadt rüstet, die Gedächtnisfeier dieses vor nunmehr zweihundert Jahren eingetretenen Ereignisses würdig zu begehen, so hat sie in mehr als einer Beziehung ein Recht, die Pflicht dazu.
Die Vorfahren der heute lebenden Generation waren ja nicht bloß passive Zeugen dieser großen Tat, sie haben selbst mitgewirkt zum Gelingen derselben.
Nicht bloß Österreichs ruhmbedecktes Heer hat ein Anrecht stolz zu sein auf die glorreichen Kämpfe des Jahres 1683, nicht minder auch die Stadt Wien, denn die Wiener des 17. Jahrhunderts haben opfermutig mitgekämpft bei der Abwehr türkischen Übermutes.Victor v. Renner
(Wien im Jahr 1683 – Geschichte der zweiten Belagerung der Stadt durch die Türken, 1883)


























