In der heutigen Printausgabe ”Die Presse” liest man ein Interview mit dem türkischen Präsident Abdullah Gül (im Bild mit seiner Frau und Tochter). Güls politische Wurzeln liegen in der radikalen national-islamischen Milli Görüs Bewegung - in unseren Breiten würden ihn Medien als rechtsradikal bezeichnen!
Wir haben uns wieder ein paar bestimmte Aussagen aus diesem Interview heraus gepickt:
Abdullah Gül: Es gibt zwischen der Türkei und Österreich tief verwurzelte historische Beziehungen. Im Ersten Weltkrieg waren beide Länder Verbündete. Wir sind zwei wichtige Staaten, zwei Erben großer Imperien. (Die tief verwurzelten Beziehungen waren aber meist nicht freundschaftlich gesinnt!)
In der österreichischen Verfassung ist der Islam als Religion anerkannt. Das ist eine gute Ausgangssituation. Österreich ist Erbe eines multikulturellen und multiethnischen Imperiums. Doch natürlich sehen wir in ganz Europa besorgniserregende Entwicklungen: Fremdenfeindlichkeit, Extremismus, Islamophobie. Das widerspricht dem Geist Europas. Das ziemt sich nicht für Europa, denn Europa ist die Heimat der Menschenrechte – eine Region, in der wir den Respekt gegenüber Andersdenkenden und anderen Kulturen voraussetzen müssen. (Hier deutet der türkische Nationalist auf die übliche Rassismuskeule an, die immer wieder gerne in, und nur in Europa, ausgepackt wird.) Doch leider haben wir in Europa die Ausgrenzung anderer schon in der Vergangenheit erlebt. Diskriminierung anderer ist eine krankhafte Einstellung. Sie darf sich nicht ausbreiten – nicht in Europa und auch nicht anderswo. (da kann Herr Gül mal gleich vor seiner Haustür anfangen zu kehren – siehe Kurdenkonflikt!)
Herr Gül: Nicht die Islamophobie widerspricht den Geist Europas, sondern der ISLAM!
Lernen Sie die Geschichte Europas, aber bitte nicht die, der letzten 20 Jahre!
Soeben wurde in der Türkei ein Denkmal für Armenier zerstört. War das klug?
Hierbei geht es um innenpolitische Diskussionen. Solche Diskussionen gibt es in jedem Land und nicht nur in der Türkei.
(Mit dieser Antwort gibt sich ein seriöser Presse-Journalist zufrieden? Keine Nachfrage welche politische Diskussion in der Türkei es rechtfertigt, dass der Völkermord an den Armenier nach wie vor von der Türkei verleugnet wird? Dieser Gül vergleicht den Abriss des EINZIGEN Gedenkmals in der Türkei als eine übliche Diskussion wie sie in jedem Land statt findet? Hier hätten wir gerne Vergleiche zu Österreich, Deutschland oder zur Schweiz, wo die Türken zurzeit ebenfalls versuchen, den Bau eines Gedenkmal zur Erinnerung des türkischen Holocaust, zu verhindern.)
Wer das ganze Presse-Interview lesen möchte – hier der Link dazu….





















