Nachdem in den letzten Tagen diePresse versucht hat den Standard links zu überholen, folgt nun eine kleine Kurskorrektur mit einem Kommentar von Ulrich Brunner! (Ulrich Brunner ist uns bereits mit dem Artikel “Alles nur Faschisten?” positiv aufgefallen – bekannt wurde er als junger Journalist, als ihm Kreisky “rügte” Lern`s Geschichte…”)
Die Multikulturalisten übersehen die oft in fremden Kulturen steckende Unterdrückung und Brutalität.
In den letzten Tagen waren einige Wahlhelfer erfolgreich für H.-C. Strache unterwegs. Da trat zunächst der türkische Botschafter mit einem anmaßenden Interview auf. Dann folgte eine Resolution von Schriftstellern und Professoren, die ein Ende der Debatte über Integration forderten – weil die Einteilung in Integrierte und Nichtintegrierte menschenverachtend sei. Zwei Tage später folgte eine weitere Resolution von Professoren, die die Regierung aufforderten, mit dem türkischen Botschafter in einen Dialog über Integration einzutreten. Das alles ist Wasser auf die Mühlen der FPÖ.
Die Forderungen werden hoffentlich nicht erfüllt. Die Debatte über Integration lässt sich sowieso nicht mehr stoppen, und ein Dialog mit einem Botschafter, der will, dass alle Türken immer Türken bleiben, ist sinnlos. Künstler und Intellektuelle haben mit erwarteter Zuverlässigkeit den Vorwurf des türkischen Botschafters, die Österreicher trügen die Hauptschuld an der mangelnden Integration der Türken, übernommen und noch verstärkt. Dass Türken mit ihrer archaisch-konservativen Lebensweise selbst einen großen Anteil an der mangelnden Integration haben, wird fast völlig ausgespart. Jürgen Habermas hat sich zum Thema Integration vor einiger Zeit so geäußert: „Ein Fremder, der in ein anderes Land zieht, um dort zu bleiben, müsse sich einlassen auf die Kultur des Landes.“
Einlassen! Das bedeutet nicht, dass man die alte Kultur völlig aufgeben muss. Es bedeutet aber zumindest, die Sprache der neuen Heimat zu lernen und alles zu unterlassen, was unserem Rechtssystem widerspricht.
Beim Thema Migration gibt es in Österreich offensichtlich eine wachsende Kluft zwischen einer Elite, die sich durch ihre tägliche Verbindung mit der gesamten Welt als weltläufige Bürger sieht, und jenen Teilen der Gesellschaft, deren Leben an einen Ort gebunden ist. Es ist eben ein Unterschied in der Wahrnehmung zwischen einem Künstler mit Wohnsitz in der Innenstadt und dem Bewohner eines Wiener Außenbezirks, dessen Grätzel durch Zuwanderer völlig seinen Charakter ändert.
Die Situation hat eine Verschärfung durch die EU-Richtlinie erfahren, dass Gemeindewohnungen auch an Ausländer ohne Staatsbürgerschaft vergeben werden müssen, wenn sie mindestens fünf Jahre hier gelebt haben. Es ist halt einem nichtmigrantischen Ehepaar mit zwei Kindern nicht vermittelbar, dass es keine Gemeindewohnung bekommt, weil das noch nicht einmal eingebürgerte türkische Ehepaar mit vier Kindern bedürftiger ist.
Das Migrantenproblem ist kein spezifisch österreichisches. Auch in Ländern mit einer stärkeren demokratischen Tradition wie den Niederlanden, Dänemark und Norwegen gibt es starke rechtspopulistische Parteien als Reaktion auf eine zu starke Zuwanderung. In Dänemark und den Niederlanden sind Minderheitsregierungen sogar auf die Duldung durch diese Parteien angewiesen.
Wähler zogen Notbremse
In den Niederlanden hat die Politik im Vertrauen auf die grenzenlose Toleranz des Volkes jahrzehntelang die Schwierigkeiten, die jede Migration mit sich bringt, negiert. Paul Scheffer, holländischer Soziologe, glaubt, dass erst dieses Schweigen den Populismus in Gestalt von Pim Fortuyn und Geert Wilders groß gemacht hat.
Er sieht den Erfolg der Rechtspartei als eine Notbremse der Wähler angesichts des Versagens der Politik, als eine Art Selbstkorrektur der Demokratie. Der Quantensprung beim Unbehagen der einheimischen Bevölkerung sei erreicht worden, als in einigen Städten wie Amsterdam und Rotterdam Migranten plötzlich in der Mehrheit waren – wie es auch in einigen Bezirksteilen Wiens der Fall ist. Multikulti-Anhänger versuchen bei anderen Kulturen alles zu verstehen und zu entschuldigen. So hat die Ethnologin Ingrid Thurner in mehreren Publikationen behauptet, die Verhüllung moslemischer Frauen sei Ausdruck eines islamischen Feminismus. Das war sogar für Hardcore-Moslems so überzeugend, dass ihr Plädoyer für die Ganzkörperverschleierung auf eine iranische Webseite übernommen wurde – mit Einverständnis der Autorin. Eine erstaunliche Allianz! Da ist es nur folgerichtig, dass derjenige, der auf Probleme mit türkischen Zuwanderern hinweist, von ihr als Hassprediger denunziert wird.
Auch die deutsch-türkische Anwältin Seyran Ates berichtet Seltsames. Als sie vor deutschen Feministinnen über die türkische Praxis der Zwangsehen referierte, wurde sie zurechtgewiesen, sie sollte lieber von arrangierten Ehen reden, die eben Tradition seien. Wenn man von Zwangsehen spreche, fördere das die Ausländerfeindlichkeit. Es ist dasselbe Muster wie jenes, an das die Politik glaubte: Wegschauen löse die Probleme.
Keine offensive Anwerbung mehr
Schon seit mindestens 20Jahren erfolgt keine offensive Anwerbung von türkischen Arbeitern durch Firmen mehr. Die Zuwanderung erfolgt meist über Familienzusammenführung, oft über Zwangsehen. Nach einer deutschen Studie, die analog sicherlich für Österreich gilt, wurden bis2008 70Prozent der in Deutschland geborenen Türken mit Frauen aus der Türkei versorgt.
Der Berliner Bezirksbürgermeister Buschkowsky hat die Folgen drastisch geschildert: „Die Frau kommt aus Ostanatolien, kann nicht Deutsch und erzieht ihre Kinder, so wie sie es aus ihrem Dorf gewohnt ist – und die Integration beginnt wieder bei Null.“ 2008 hat Deutschland reagiert: Das Mindestalter für Bräute wurde auf 18 Jahre festgesetzt und Deutschkenntnisse vor der Einreise verlangt. Daraufhin ging die Zahl der Importbräute von jährlich 15.000 auf 5000 zurück. In Österreich steht eine derartige Regelung noch aus. Diese würde natürlich wieder gegen eine türkische Tradition verstoßen.
Mit der Tradition ist es freilich so eine Sache. Akademische Allesversteher neigen dazu, alle Kulturen als gleichwertig zu behandeln. Aber nicht alles, was anders ist, ist wertvoll. Ein Beispiel aus der Kolonialgeschichte: Als die Briten Indien eroberten, taten sie das, was sie immer nach Eroberungen taten. Sie kümmerten sich nicht viel um lokale Belange, aber alles akzeptierten sie nicht.
Der kommandierende General Napier verbot die Witwenverbrennung. Daraufhin erschien eine Abordnung von Brahmanen und meinte, der General könne das nicht verbieten, weil es Tradition sei. General Napier: „Wir Briten haben ebenfalls Traditionen. Wenn jemand eine Frau lebendig verbrennt, hängen wir ihn auf: „Let us follow our traditions!“
Über die Traditionen im Innenleben türkischer Familien weiß eine breitere Öffentlichkeit erst Bescheid, seit in Deutschland eine ganze Reihe couragierter Frauen aus dem türkischen Patriarchat ausgebrochen ist und öffentlich darüber berichtet. Necla Kelek, Seyran Ates, Serap Cileli und andere schildern die durchschnittliche türkische Familie als eine Terrorzelle unter der despotischen Herrschaft des Mannes. Das ist keineswegs ein türkisches Unterschichtenproblem. Botschafter Tezcan ist sozusagen die akademische Ausgabe eines türkischen Machos.
Nicht nur Rechte, auch Pflichten
Die Probleme mit Migranten sind noch nicht so groß wie in den Niederlanden und Deutschland. Man sollte allerdings nicht solange warten, bis auch bei uns die Situation eskaliert. Migranten sind verstärkt darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht nur Rechte inklusive aller sozialen Leistungen, sondern auch Pflichten haben. Im Umgang mit Muslimen ganz allgemein sollte unsere Gesellschaft durchaus mehr Selbstbewusstsein haben und sich ein Beispiel am früheren australischen Ministerpräsident John Howard nehmen: „Muslime sind herzlich eingeladen, nach unseren Gesetzen hier zu leben. Wenn sie nach der Scharia leben wollen, müssen sie wieder gehen.“ Ganzer Artikel….
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