
Der einzige Satz, den Mikail, 22 Jahre, österreichischer Staatsbürger, arbeitslos, auf Deutsch sagt, lautet: „Alles Scheiße.“ Er nimmt einen Schluck Energy-Drink, steckt sich eine Marlboro an und schaut auf den blinkenden Bildschirm vor ihm.
Wien-Brigittenau, Dresdner Straße 52, Anfang November. Einen Steinwurf von der Millennium City entfernt sitzt Mikail im hintersten Eck eines Internetcafés, wie jeden Abend. Er spielt Counter-Strike, Poker und plaudert mit Freunden.
Bald nach seiner Geburt übersiedelte er mit seiner Familie in die Türkei, besuchte eine Volksschule in Ankara, eine Hauptschule in Antalya und zog danach fünf Jahre lang als Hilfsarbeiter durch Anatolien. Er servierte Tee, verkaufte Blumen, verdingte sich als Fräser. Drei, vier Jahre ist es her, seit er nach Österreich zurückkehrte.
Seither gehe er ebenso regelmäßig zum AMS, wie er die Termine verstreichen lasse. Mal habe er 300 Euro für einen Deutschkurs bekommen, mal 800 Euro. „Zu wenig Geld, um davon leben zu können“, sagt ein Freund Mikails, der aus dem Türkischen übersetzt. Deshalb sei er nie länger als zwei Tage geblieben, auch weil ihm fürs Büffeln die Geduld fehle. (Dafür braucht er nach 4 Jahren einen Dolmetscher – die Steuerzahler der 1.100 Euro Deutschkurse danken es ihm!!!) Tagsüber ziehe er von Geschäft zu Geschäft, genauer, von türkischem Geschäft zu türkischem Geschäft, aber erfolglos. Den nächsten Termin beim AMS hat er kommende Woche, vielleicht, sagt er, gehe er diesmal hin. Ob er sich als Einzelfall sehe? Mikail hebt den Kopf und ruft ein paar Sätze auf Türkisch ins Internetcafé hinein.
Daraufhin tauchen Ilhami, Fatih und Hüseyin hinter ihren Monitoren auf. Sie alle erzählen eine ähnliche Geschichte: die Väter Gastarbeiter, die Familien aus der Türkei nachgeholt, dann Pflichtschulabschluss, AMS, Qualifizierungsmaßnahme, AMS, Deutschkurs, und wieder AMS. Sie bezeichnen sich selbst als „AMS-Opfer“. Nicht, dass das Arbeitsmarktservice der Täter wäre, nein, das seien „gute Menschen“, sagen sie. Nicht, dass sie irgendeinen Täter ausmachen könnten: Sie sehen sich als Opfer des Systems, und der einzige Ort, an dem sie mit diesem System in Berührung kommen, ist nun einmal das AMS.
….Nach dem Bundeskanzler gefragt, raten sie: „Fischer?“ „Nein, Strache!“ Ein Jugendlicher sagt, er sei stolz, einen türkischen und keinen österreichischen Pass zu besitzen. Warum? Keine Antwort.
…..350 Lehrlinge belegen in der Brünner Straße eine überbetriebliche Lehrlingsausbildung. Zwei Dutzend von ihnen aus dem ersten Lehrjahr blödeln gerade um Zemsauer herum. Immer wieder muss er jemanden darauf hinweisen, dass man Kollegen möglichst nicht mit Werkzeugen bedroht oder dass man in der Werkstätte nicht läuft – er erntet darauf nur auf Türkisch gemurmelte Sätze.
„Wir haben in dieser Maßnahme 95 Prozent Türken, das ist keine gesunde Mischung mehr“, sagt er. Nein, Andreas Zemsauer hat nichts gegen Türken. Dann könnte er ja gleich seinen Job an den Nagel hängen. Bloß sei die Mischung schlecht für die türkischstämmigen Jugendlichen, die nur mehr Türkisch sprechen, und schlecht für die ein, zwei authochtonen Kids, die unter sich bleiben.
Zemsauer erzählt vom jährlichen Streit, wenn Bayram, ein hoher islamischer Feiertag, wieder einmal nicht frei ist. Und von Jugendlichen, die während des Fastenmonats mit Bauchschmerzen kämen oder gleich zu Hause blieben.
Dominique Strauss-Kahn, ein Mann, der am anderen Ende dieses Systems steht, sagte dieser Tage über Europa: „Wir müssen uns darauf gefasst machen, dass wir eine verlorene Generation haben – vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.“ Der Chef des Internationalen Währungsfonds meinte die Millionen Mikails, Ilhamis und Fatihs in ganz Europa. Ganzer Artikel…
Mikail: einmal 300.- dann 800.- Euro für Deutschkurs = kann nur “Alles Scheiße” auf deutsch sagen! Jammert, das er zu wenig Geld zum Leben in Österreich bekommt? Er war bis vor 4 Jahren in der Türkei als Fräser und Kellner tätig?
Was will uns dieser Artikel des linkspopulistischen Falter mitteilen? Mitleid, oder will man uns verarschen?
Der Titel lautet Jugend ohne Job – es müsste aber nach diesem Lokalaugenschein lauten: KEINE WEITERE ZUWANDERUNG IN UNSEREM SOZIALSYSTEM – Punkt und Basta!
Und als Anmerkung: Bei diesem Falter-Beispielen kann keine Rede von einer österreichischen Jugend sein – egal ob mit oder ohne Staatsbürgerschaft, diese Jugendlichen werden NIE Österreicher werden!
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